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stockreport-Blog
Verrückte VW-Aktie: Teil 2
Autor: Daniel Schaad
Datum: 28.10.2008
Kategorie: Börse
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Sehr geehrte Leser,

bereits am 07. Oktober schrieben wir über die verrückte Kursentwicklung der VW-Aktie. Mittlerweile hat die Geschichte an Brisanz enorm hinzugewonnen. Gestern stieg die Aktie um unglaubliche 146% auf 520,- EUR um heute sogar auf über 1.000,- EUR in der Spitze anzusteigen. Das ist sehr weit entfernt von einer wirtschaftlichen Realität! Der faire Wert dieser Schwachsinns-Aktie müsste zwischen 50 und 70 Euro liegen.

Hier finden Sie unserem Kommentar vom 07. Oktober:
Verrückte VW-Aktie: Teil 1

430 DAX-Punkte gehen auf VW-Konto
Ohne die VW-Aktie hätte der DAX am gestrigen Abend (Schlusskurs: 4.335 Punkte) bei nur noch knapp über 3.900 Punkten geschlossen– ein Minus von über neun Prozent.

Warum ist die Aktie so nach oben geschossen?
Die gestrige Kursexplosion sollen vor allem Hedge Fonds ausgelöst haben die auf fallende Kurse spekuliert hatten. Die VW-Aktie war am Montag um spektakuläre mehr als 146 Prozent gestiegen. Die sogenannten Leerverkäufer, die auf sinkende Kurse gesetzt und geliehene VW-Aktien verkauft hatten, waren von der Erhöhung des Porsche-Anteils bei Volkswagen kalt erwischt worden. Da an der Börse nur noch wenige VW-Papiere übrigblieben und die Händler trotzdem Aktien zurückkaufen mussten, um sie den Ausleihern wiederzugeben, brach eine regelrechte Jagd auf die Anteilsscheine aus.

Mit den sogenannten Leerverkäufen kann in Zeiten sinkender Aktienmärkte viel verdient werden. Die Grundidee ist, eine geliehene Aktie erst zu verkaufen und dann vor der Rückgabe an den Ausleiher zum niedrigeren Kurs zurückzukaufen. Die Geschäfte sind riskant, aber passiert kaum, dass sie so spektakulär schiefgehen, wie zuletzt bei der VW-Aktie.

Nicht mehr viele Aktien im freien Umlauf
Porsche hatte am Sonntag mitgeteilt, dass der Anteil an Volkswagen auf 42,6 Prozent erhöht wurde und das Unternehmen zudem noch 31,5 Prozent an VW in Form von Optionen kontrolliert. Insgesamt hat Porsche also 74,1 Prozent der Anteile in der Hand. Damit wurden die Leerverkäufer kalt erwischt. Nach Informationen aus dem Markt waren 12 bis 15 Prozent der VW-Anteile an Leerverkäufer verliehen gewesen. Diese Aktien mussten zur Rückgabe wiedergekauft werden. Abzüglich der gut 20 Prozent, die beim Land Niedersachsen liegen, standen den Spekulanten dafür aber nur noch knapp sechs Prozent der Anteile zur Verfügung.
Die Folge der panikartigen Nachfrage war eine Kursexplosion von 146,62 Prozent auf 520,00 Euro. Das gibt dem Wolfsburger Autobauer einen Marktwert von 153 Milliarden Euro - mehr als alle anderen europäischen und amerikanischen Konkurrenten zusammen an der Börse kosten. Zeitweise war die Aktie am Montag sogar bis auf 635 Euro gestiegen. Der überraschende Teil der Porsche-Ankündigung für die Händler waren vor allem die 31,5 Prozent an Optionen auf VW-Aktien. Anders als direkte Beteiligungen müssen Optionen nicht in allen Fällen zeitnah gemeldet werden.

Zeitweise über 1000 Euro und teuerstes Unternehmen der Welt
Die Spekulanten treiben den Kurs von Volkswagen weiter. Am Dienstag Morgen erreichte die VW-Aktie zeitweise einen Stand von 1005,01 Euro. Dies entspricht einer Marktkapitalisierung von 284 Milliarden Euro (rund 355 Milliarden Dollar). Der Ölkonzern Exxon dagegen, nach Börsenwert lange Zeit teuerstes Unternehmen der Welt, verliert aufgrund der sinkenden Ölpreise derzeit an Wert. Am Dienstag entsprach die Marktkapitalisierung noch 343 Milliarden Dollar.

Was macht Niedersachsen?
Der 20%-Anteil den das Land Niedersachsen hält, war im heutigen Tagesverlauf zeitweise mehr als 60 Milliarden Euro wert. Das Land hat Schulden in Höhe von knapp 52 Mrd. EUR. Mit einem Verkauf seines Anteils hätte das Land seine Schulden radikal zurückführen können und gleichzeitig noch in Bildungssysteme investieren können.
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